Eine tiefere Verbindung zwischen Leben und Yoga

”In der Bewegung, in dem Auf und Nieder der Gliedmaßen, im dynamischen Wechselspiel von Statik und Motorik atmet ein inneres Gefühl, das in seinem seelischen Ursprung aus dem Lichte des Kosmos entströmt. Indem wir die Bewegung nach dem inneren seelischen Gehalt und den verborgenen Empfindungen studieren, erleben wir den Kosmos in seinen Gesetzen und Wirkungen.“ aus Die Seelendimension des Yoga

Bei dieser sehr einfachen Betrachtung kommt den Übungen jedoch noch sehr stark die Rolle des Nutzungsaspekts zu. Allgemein sind die erlebbaren Zeitbedingungen (Zeitqualitäten) heute im Westen mehr den je durch das Prinzip des Nutzens, Benutzens, Konsumierens und Vorteilsuchens geprägt. Diese einseitigen Prinzipien des Nehmens und Verbrauchens sind die materialistischen Fallstricke unseres EGOs. Sie gehen von einem illusionären Bewusstsein oder einer krank gewordenen Geistes- und Seelenverfassung aus und sagen etwa so viel wie: “Wenn ich viel gewinnen kann, so bin ich reicher!” Obwohl dieses Prinzip der Nützlichkeit für die körperlichen Umstände eine gewisse Gültigkeit hat, so dürfen diese einseitigen und gewohnten Grundsätze nicht auf die innere seelische Welt Anwendung finden.

Über den nützlichen Aspekt hinausgehen

Wenn wir einen tieferen Zusammenhang zwischen Leben und Yogapraxis erkennen möchten, wird es nötig sein über diesen Nutzaspekt hinauszugehen und das eigentliche, innere Verhältnis näher zu betrachten. Es steht nicht die für unsere Zeit so typische Fragestellung im Vordergrund, wie sich diese oder jene Übung für den Alltag nutzen lässt, welche Übungen bei Erschöpfung gut sind und welche zu mehr Ruhe verhelfen, usw.