Neuen Yogawillens Yoga

Durch den spirituellen Lehrer und Begründer des Neuen Yogawillens, Heinz Grill erfolgte eine längst überfällige und daher notwendige Neubewertung des westlichen Yogaweges und den damit verbundenen Möglichkeiten einer kulturellen Erneuerung. Es handelt sich hierbei nicht um eine alternative Form des Yoga mit neuen Übungen oder gar Glaubenszusammenschlüssen. Sein schriftliches Werk umfasst mittlerweile mehr als 60 Titel (siehe unter Literatur eine kleine Auswahl) aus dem Bereich Ernährung, Yoga und geistige Schulung, Naturheilkunde, Pädagogik und Therapie. Der vollständig aus dem eigenen ICH schöpferisch tätig werdende Mensch lernt im Sinne der von Heinz Grill als Individuation bezeichneten Selbstwerdung, sich selbst und sein Bewusstsein frei zu gebrauchen.
Dieser Yoga ist ein Weg, der die Individuation in den Mittelpunkt stellt. Beide Pole, die Welt und der Geist sollen durch das Leben des einzelnen Menschen Verbindung miteinander finden. Autoritätsgehorsam, Lebensrückzug oder von außen auferlegte Zwänge wirken hierbei nur hinderlich und werden daher abgelehnt.

“Das Ziel des Yoga ist nicht, wie allg. in verschiedenen Schulen noch angestrebt wird, ein Erlöschen der Individualität und ein Aufgehen in der Erfahrung der kosmischen Einheit mit ihrer schweigenden Ruhe, sondern ein Bewusstwerden im Denken, Fühlen und letzten Endes in der Identität des Handelns gegenüber einer sich offenbarenden geistigen Wirklichkeit, die selbst die metaphysische Welt übersteigt”

(Heinz Grill).

Dieser neue Yogaansatz zeigt im Kern reichlich Parallelen zur Anthroposophie Rudolf Steiners und zum integralen Yoga des Sri Aurobindo. Unser zentrales Anliegen ist es, Impulse zu einer Spiritualität zu geben, welche die Materie und das Leben in der Welt nicht verneint, sondern eine Synthese von Geist und Materie, Spiritualität und Alltag ermöglicht, die sich auf künstlerische und ästhetische Weise in viele kulturelle Lebensbereiche hinein ausdrückt. Diese heute umso wichtiger werdenden Impulse führen zu mehr zwischenmenschlicher Nähe, einem bereicherten Empfindungsleben, der Versöhnung und einer größeren individuellen Kraft und selbstbestimmten Freiheit.

Die Integrale Wirklichkeit

J.W. Goethe: Eins und Alles (4. Strophe)

Es soll sich regen, schaffend handeln;
Erst sich gestaltend, dann verwandeln;
Nur scheinbar stehts Momente still;
Das Ewige regt sich fort in allen;
Denn alles muss in Nichts zerfallen;
Wenn es im Sein beharren will.

Ein Ausblick

Wir möchten uns an dieser Stelle an alle Yogalehrenden richten und insbesondere dazu ermuntern sich mit den hier gemachten Aussagen und Inhalten zu beschäftigen. Wir möchten alle Interssierten dazu einladen, mit uns darüber in einen professionellen, direkten Dialog zu treten, wie dies in Ansätzen mit Interssierten aus dem russischen Raum der Fall ist. Wir wünschen uns von tiefstem Herzen das dies noch intensiviert wird. Uns ist nicht daran gelegen, die bereits herrschende und uns alle nur trennende Konkurrenz- und Wettkampfmentalität unter einzelnen Yogarichtungen zu befördern oder hier Partei für eine bestimme Gruppe oder Organisation zu ergreifen. Es ist gerade heute nicht leicht, öffentlich auszusprechen, welche Dynamiken einige Yogasysteme und andere, gebundene Traditionen mit einseitigen Transformationsprozessen hervorbringen und gebracht haben. Die Konsequenzen, die falsch angesetzte Disziplinen haben, werden dabei von den Verantwortlichen geradezu leichtfertig beziehungsweise geradezu fahrlässig übersehen.

Der noch zaghafte, aber immer mehr stattfindende, professionelle Austausch sollte dem gemeinsamen Verständnis dienen, welches zu einem größeren, sozialen, mitmenschlichen und niveauvollen Dialog führt, damit durch diesen Austausch jede einzelne Yogarichtung (wie auch immer geartet) Kriterien und Anhaltspunkte zu einer aus ihr erwachsenden Bewusstseinsorientierung finden kann. So wünschen wir uns einen wirklichen Dialog der neue Formen der Wahrheit berührt und damit neue Entwicklungsschritte für alle eröffnen kann.